Ameise

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Ameise
BESONDERHEITEN

22.000 Arten

DURCHSCHNITTLICHE LEBENSDAUER

8 Jahre

GEWICHT

0,5 gr

VERBREITUNGSGEBIET

weltweit

NAHRUNG

Honigtau von Blattläusen und anderen kleinen Hemipteren

Ameise

Ameisen sind soziale Insekten aus der Familie der Formicidae und gehören zusammen mit Wespen und Bienen zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Sie stammen von wespensimilaren Vorfahren ab, die sich vor etwa 110–130 Millionen Jahren im mittleren Abschnitt der Kreidezeit entwickelten, und diversifizierten sich mit dem Aufkommen der Blütenpflanzen. Es sind über 12.500 Arten wissenschaftlich beschrieben worden, doch schätzt man die tatsächliche Zahl auf rund 22.000. Sie lassen sich leicht an ihren abgewinkelten Fühlern und der charakteristischen „Wespentaille“ mit Knotenstruktur erkennen.

Ameisen bilden Kolonien, deren Größe von kleinen Gruppen mit wenigen räuberischen Individuen bis zu extrem gut organisierten Superkolonien mit Millionen Mitgliedern reicht. Größere Kolonien bestehen hauptsächlich aus flügellosen, sterilen Weibchen, die als „Arbeiterinnen“, „Soldaten“ oder andere spezialisierte Kasten auftreten. Fast jede Kolonie verfügt über einige fortpflanzungsfähige Männchen („Drohnen“) und eine oder mehrere Königinnen („Weibchen“). Kolonien werden oft als „Superorganismen“ beschrieben, da ihre Mitglieder wie eine einzige Einheit agieren, um das Überleben der Kolonie zu sichern.

Ameisen haben nahezu alle Landflächen der Erde besiedelt – mit Ausnahme der Antarktis und einiger entlegener, unwirtlicher Inseln. In den meisten Ökosystemen sind sie erfolgreich und machen 15–25 % der terrestrischen Biomasse aus. Ihr Erfolg beruht auf ihrer sozialen Organisation, ihrer Fähigkeit, Lebensräume zu verändern, Ressourcen zu erschließen und sich zu verteidigen. Die lange Koevolution mit anderen Arten führte zu Beziehungen wie Mimikry, Kommensalismus, Parasitismus und Mutualismus.

Ameisengesellschaften zeigen eine ausgeprägte Arbeitsteilung, Kommunikation und die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen. Diese Ähnlichkeiten zu menschlichen Gesellschaften haben sie zu einem beliebten Studienobjekt gemacht. In vielen Kulturen finden sie Verwendung in der Küche, der Medizin und rituellen Praktiken. Einige Arten gelten als nützlich zur Schädlingsbekämpfung. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit stehen sie jedoch auch im Konflikt mit Menschen, indem sie Ernten schädigen oder Gebäude befallen. Manche Arten, wie die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), gelten als invasive Spezies, die sich leicht in neuen Gebieten etablieren.