20–30 cm lange Geweihstangen
18–20 Jahre
180 – 300 KG
in ausgedehnten Waldgebieten
verschiedene Blätter und getrocknete Gräser
Der Hirsch (Cervus elaphus L., Familie Cervidae) ist ein pflanzenfressendes Säugetier aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Zur Familie der Cerviden gehören etwa 49 Arten, darunter auch das Reh, das Rentier und der Elch. Charakteristisch für Hirsche sind ihre verzweigten Geweihe (nur bei Männchen) und das rotbraune Fell mit starkem Geschlechtsdimorphismus.
Geweih
Männliche Hirsche sind größer als weibliche Tiere (Tiere) und tragen ein abwerfbares Geweih. Männchen wiegen zwischen 180 und 300 kg, Weibchen zwischen 80 und 150 kg. Das Geweih wird jedes Jahr ab März abgeworfen – je nach Alter und Konstitution bis Mai. Bei Jährlingen beginnt im Mai das Wachstum des ersten Geweihs, das bis September abgeschlossen ist. Dieses erste Geweih ist meist eine einfache Lanze von 20–30 cm Länge, ohne Rosen.
Lebensdauer
Die Lebenserwartung eines Hirsches liegt bei etwa 18–20 Jahren, wird in freier Wildbahn jedoch selten erreicht. Mit 12–14 Jahren gelten Hirsche als ausgewachsen. Das Alter lebender Tiere wird nach äußerem Erscheinungsbild und Trophäe geschätzt, das geschossener Tiere anhand der Zahnabnutzung.
Fortpflanzung
Während der Brunftzeit röhren, schnauben oder schreien die Hirsche. Bei Angst geben sie ein nasales Brüllen von sich – ebenso wie die Weibchen. Hirsche haben einen ausgeprägten Geruchssinn, gutes Gehör, aber schwaches Sehvermögen. Sie erkennen eher Bewegung als die menschliche Gestalt. Sie können sich einem Menschen bis auf 15 Meter nähern, ohne ihn zu bemerken.
Lebensraum
Der Hirsch bevorzugt große Waldgebiete mit Lichtungen und Wasserquellen, die Ruhe und Futter bieten. Er ist auch in Ebenen anzutreffen – theoretisch im gesamten Gebiet zwischen Alpenregion und Meeresküste.
Ernährung
Im Winter – wie bei allen Hirscharten – ist das Nahrungsangebot knapp. Die Nahrung besteht aus jungen Trieben, Knospen, Baumrinde, grünen Blättern unter dem Schnee, getrockneten Gräsern, sowie Kulturpflanzen. Eicheln und Bucheckern sind Grundnahrung. Hirsche nehmen auch ergänzendes Futter vom Menschen gut an: Heu, Laubstreu, saftreiche Futtermittel (wie Wurzelgemüse), und Kraftfutter.
Natürliche Feinde
Der gefährlichste Feind ist der Wolf. Luchs und Bär richten weniger Schaden an. In letzter Zeit werden vermehrt verwilderte Streunerhunde zur Bedrohung – insbesondere für Jungtiere.
Fortpflanzung
Von Herbst bis Frühling sind Hirsche gesellig. Die Männchen bilden Gruppen, geführt von einem jungen Hirsch, während die Weibchen in eigenen Gruppen leben, geführt vom ältesten Tier. Nur sehr alte oder besonders starke Männchen leben allein. Die Brunft beginnt im September (zuerst in der Ebene, später in den Bergen) und endet Mitte Oktober. Zwischen den Hirschen kommt es zu heftigen Kämpfen um die Vorherrschaft über Weibchengruppen. In dieser Zeit verströmen sie einen charakteristischen, für Menschen wahrnehmbaren Geruch. Die Weibchen gebären meist 1–2 Kälber, selten 3, die der Mutter schon 1–2 Stunden nach der Geburt folgen können.